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FAQ Nanobeschichtungen

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Was ist der Nanoeffekt oder Lotuseffekt?

Korrekt ausgedrückt sind die Oberflächen dann hydrophob (von griech. hydros: Wasser; phobos: Furcht), also wasserabweisend. Oder lipophob (von griech. Lipos: Fett), also fettabweisend bzw. oleophob (von lat. Oleum: Öl), also ölabweisend. Der Grund hierfür ist die höhere Oberflächenspannung der Nanobeschichtung als die der auf ihr liegenden Stoffe. Somit ergibt sich auch der als Anti-Haft-Effekt bezeichnete Vorteil, der ein Verschmutzen der beschichteten Oberfläche erschwert bzw. ihre Reinigung deutlich vereinfacht.
Im Haushalt sind heutzutage beschichtete Teflon-Pfannen oder Töpfe im Einsatz – ein klassisches Beispiel angewandter Chemie (Teflon: Schutzmarke der Fa. DuPont, Polytetrafluorethylen PTFE). Aber auch an Textilien oder Schuhen sind solche Technologien bekannt (GoreTex: Schutzmarke der Fa. W. L. Gore & Associates). Es sind keine Nanobeschichtungen, aber der erzielte Effekt ist sehr ähnlich. Unter der Rubrik Nanotechnologie finden Sie weitere Erläuterungen.

Muss vor der Nanobeschichtung gereinigt werden?

Damit sich Nanobeschichtungen mit der zu beschichtenden Oberfläche verbinden können, muss diese frei von Schmutz sein. Das klingt plausibel, jedoch: was bedeutet sauber? Verunreinigungen können offensichtlich grob sein, also zum Beispiel Vogel-Kot, Kalk, Erde oder Moose. Es ist nachzuvollziehen, dass solche Verschmutzungen entfernt werden müssen. Aber sie können auch mehr oder weniger unsichtbar sein: Blütenstaub, Ruß, Fett und insbesondere Tenside. Tenside sind im weitesten Sinne Seifen, wie sie in den meisten Reinigungsprodukten vorkommen. Sie stellen die Lösbarkeit verschiedener Stoffe, zum Beispiel Fett, in Wasser her.
Tenside haben aber die Eigenschaft, sich im mikroskopischen Bereich mit der Oberfläche des gereinigten Gegenstandes zu verbinden. Sie überziehen die winzig kleinen Unebenheiten mit einem Film, der sich nach kurzer Zeit wieder abwäscht. Dennoch: liegt dieser Film auf der Oberfläche, zum Beispiel bei einer Fliese, können die Nanopartikel sich nicht mit ihr verbinden. Für den Moment mag der Eindruck entstehen, dass alles funktioniert hat, aber die Nanoversiegelung wir sich schnell, zusammen mit den Rückständen der Tenside, wieder abwaschen.

Es ist also unerlässlich, der Vorbereitung der Oberfläche größte Beachtung zu schenken. Damit ergibt sich allerdings auch eine weitere Schlussfolgerung: die besten Effekte und die nachhaltigsten Wirkungen werden dann erzielt, wenn noch keine Vorbelastung der Oberfläche besteht. Konkret also dann, wenn ein Objekt saniert oder neu gebaut wird. Mit den Jahren ist es immer aufwendiger, alle Ablagerungen zu entfernen und der wirtschaftliche Nutzen tritt in den Hintergrund. Wir wollen Ihnen deshalb nichts vormachen: sprechen Sie uns an und erkundigen Sie sich, ehe Sie sich für den Kauf bzw. das Aufbringen einer Nanobeschichtung entscheiden.

Die Nanotechnologie ist mächtig und kann gute Erfolge bringen. Sie muss aber im individuellen Fall nicht immer Mittel der Wahl sein. Wir möchten Ihnen eine sichere Entscheidungsgrundlage geben und Empfehlungen aussprechen – damit Sie sich sicher sein können, richtig entschieden zu haben. Fair und transparent.

Wann kann man den Nanoeffekt beobachten?

Die Vernetzung der Nanobeschichtung zum schützenden Nanogitter beginnt praktisch bereits beim Auftragen. Die Moleküle gehen durch das sich verflüchtigende Lösungsmittel eine feste Bindung untereinander ein. Somit kann der Nanoeffekt relativ schnell beobachtet werden. Erste Ergebnisse sind in der Regel nach etwa einer viertel Stunde sichtbar. Vollständig ausgehärtet ist die Beschichtung nach etwa 24 Stunden bei Raumtemperatur.